
Editorial von Bernhard Matzel
Redaktionsleiter der Stiftung Marburger Medien
Liebe Freunde der Stiftung Marburger Medien, während einer Tagung ging ich durch einen Hotelflur, auf dem eine Bürotür offen stand. Zufällig fiel mein Blick auf den Bildschirmschoner eines Monitors, und für einen Augenblick stockte mein Fuß. Von einem Moment zum anderen wurde ich fast 50 Jahre zurückversetzt, und ein Bild tauchte vor meinem geistigen Auge auf, das ich als kleiner Junge tief verinnerlicht hatte.
Als ich gestern einen Text für unsere neue Kinderserie „Smilinguido“ schrieb, erinnerte ich mich ganz spontan an diese Situation. Und es wurde mir wieder neu bewusst, wie sehr Erinnerungen aus frühester Kindheit unser Leben prägen. Dabei sind es nicht nur Bilder, Gerüche oder Töne aus der Vergangenheit, auch frühe Erfahrungen mit Gott begleiten Menschen oft ein ganzes Leben lang. Da gibt es sehr schöne Erinnerungen – eine Frau sagte mir vor einiger Zeit: „Manchmal sehne ich mich nach dem Moment tiefer Geborgenheit, den ich als Kind so geliebt habe, wenn die Oma am Bett saß und mit mir sang und betete.“ Es gibt aber auch belastende und schwere Erlebnisse, die unser Gottesbild und unsere Beziehung zu ihm vielleicht ein Leben lang prägen.
Die Erfahrung vieler Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, ist die, dass Gott die unterschiedlichen Kindheitsprägungen gebraucht, um sich immer wieder in Erinnerung zu bringen. Nicht selten haben Medien unserer Stiftung eine wichtige Rolle gespielt, wenn es darum ging, dass Gott Menschen neu begegnet ist und sie den Faden des Glaubens wieder aufnehmen konnten – um eigene Erfahrungen mit Gott zu machen, um heil zu werden und Versöhnung zu erleben, oder um nach langen Irrwegen endlich nach Hause kommen zu können.
Ihr Bernhard Matzel
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