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Überraschender Besuch
Es kommt selten vor, dass es an der Tür klingelt und man Besuch aus Brasilien bekommt. Als Josue Brepohl, Präsident der brasilianischen Kirche AICD, im Herbst 2008 seinen Besuch in Marburg ankündigte, ahnte noch niemand, welch unglaubliche Geschichte er uns erzählen würde. Dass es ein Stück unserer eigenen Geschichte war, und was es mit Smilinguido, der kleinen Ameise, auf sich hat, die unser Gast im Gepäck hatte, konnten wir uns damals auch noch nicht vorstellen.
Es begann mit einem Flugblatt

Es begann 1924 tief im brasilianischen Urwald. Kurt Junghans, ein deutscher Auswanderer, fand dort ein weggeworfenes Traktat. Herausgeber: Der Deutsche Gemeinschafts-Diakonie-Verband, zu dem die Marburger Blättermission – heute Stiftung Marburger Medien – gehörte. Wie das Blatt in den Urwald kam, weiß bis heute niemand. Für Junghans aber war es ein Impuls von Gott, und er verwahrte es wie einen Schatz. Nach Gesprächen mit anderen Siedlern schrieb er an die Marburger Adresse und bat um die Entsendung eines Lehrers. Dort reagierte man positiv und sah die Anfrage als „Ruf von Gott“. Es wurden zunächst zwei Missionare entsandt, denen später weitere Mitarbeiter und Diakonissen folgten. Die Saat war gelegt, und aus dem kleinen Anfang entstand im Laufe der Jahre die Marburger Brasilienmission und die AICD, ein bedeutender Kirchenbund in Brasilien.
Die Künstler starteten in einer Garage

1980 begann eine kleine Gruppe junger Christen in einer Garage im Hinterhof der AICD-Gemeinde von Curitiba ganz besondere Ameisen zu zeichnen. Sie wollten mit wertestiftenden Medien und fröhlichen Geschichten Kindern den Glauben nahe bringen. Neun Jahre später wurden diese Geschichten vom Verlag Luz e Vida veröffentlicht und auf den Markt gebracht.
Heute in ganz Brasilien bekannt

Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht. Die kleine Ameise und ihre Freunde sind heute in Brasilien überall präsent, und die Marke Smilinguido ist weltweit eine der erfolgreichsten christlichen Kinderserien.
Stiftung Marburger Medien erhält die Lizenz
Josue Brepohls Geschichte endete mit den Worten: „Das zerissene, weggeworfene Blatt aus Marburg ging damals im Urwald fast verloren. Zum Glück nur fast, denn Gott wachte darüber und sorgte dafür, dass es bis heute in wunderbarer Weise vermehrt wurde. Nun soll es dahin zurückkommen, von wo aus es vor mehr als 80 Jahren ausgesandt wurde. Damit wird unser lang gehegter Traum wahr.“ Verbunden damit war das Angebot, Smilinguido auch in Deutschland zu veröffentlichen. 2010 erhält die Stiftung Marburger Medien die Exklusivrechte, Smilinguido in Europa aufzulegen.
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